Was Kinder hören, wird zu ihrer inneren Stimme.

Weil wir im Alltag gestresst sind, gerade keine Zeit haben, noch unzählige andere Dinge zu tun haben und die kleinen Anliegen der Kinder schnellstmöglich erledigen möchten, sagen wir häufig Sätze, die wir gar nicht richtig überdenken.

„Jaja, darum kümmere ich mich.“

„Ein Indianer spürt keinen Schmerz“

„Es ist doch gar nichts passiert.“

„Beruhig dich erstmal und dann sprechen wir später darüber.“


Wir sagen solche Sätze im Vorbeigehen und haben sie schon wieder vergessen, sobald sie ausgesprochen sind. Aber wer diese Sätze nicht so schnell vergisst, sind ihre Adressat*innen.

Kinder stehen in einem so hohen Abhängigkeitsverhältnis zu den Erwachsenen und nehmen das, was sie von ihnen hören viel ernster als es häufig gemeint ist.
Ein flapsiger Satz ist dabei vielleicht noch kein Thema, aber die Häufigkeit ist ausschlaggebend. Sowohl Eltern als auch Pädagog*innen sorgen oft vollkommen unbeabsichtigt dafür, dass Kinder sich nicht ernst genommen fühlen, unsicher sind und wenig Selbstbewusstsein entwickeln können.

Genauso können unbedachte Äußerungen von Erwachsenen zu Stigmatisierungen in den Köpfen der Kinder führen.

„Können mir mal zwei Jungs beim Tragen helfen?“

„Für die Mädchen haben wir neue Puppen gekauft.“

Den Kindern wird durch diese Aussagen, die mit Sicherheit niemand böse meint, die Möglichkeit genommen, wertfrei und unvoreingenommen aufzuwachsen und ihre eigenen Bilder und Vorstellungen zu erschaffen.

Uneingeschränkt wertschätzende Kommunikation fördert starke, mutige und kreative Kinder!

Pädagogische Fachkräfte müssen sich darüber bewusst sein, wie wichtig die sensible Kommunikation im Umgang mit Kindern ist und daraus folgend ihre eigene Art der Kommunikation immer wieder kritisch reflektieren.

Zunächst ist das Eingeständnis der Tatsache, dass man wahrscheinlich in diesem Bereich noch sehr vieles besser machen kann wohl der erste Schritt.
Auch wenn wir intuitiv natürlich sagen würden, dass uns das Thema bekannt ist und dass wir darauf achten, wie wir mit den Kindern sprechen, müssen wir uns eingestehen, dass es noch „besser“ sein kann.
Besonders in stressigen Situationen, in denen wir vielleicht auch gerade keine bessere Antwort kennen, passiert es, dass unsere Haltung auf die Probe gestellt wird. Und genau deshalb sollten wir in ruhigen Momenten genau darüber nachdenken.

Dämme werden bei Ebbe gebaut – und nicht bei Flut.

Gehe doch einmal spaßeshalber die letzte Woche durch und überlege Dir, in welchen Momenten Du vielleicht nicht in der Lage warst, so adäquat auf ein Kind einzugehen, wie Du es gern getan hättest.
Und dann frage Dich, welche Alternativen es gegeben hätte.

Die gibt es nämlich immer.