Vor einiger Zeit habe ich in einem Instagrampost darüber geschrieben, dass das Offensichtliche – nämlich Kinder bei ihrem Namen zu nennen, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, immer wieder in Vergessenheit gerät. Häufig werden Kinder angesprochen und aufgefordert etwas zu tun oder zu lassen, ohne dass sie dabei wirklich „auf Empfang“ sind und dann wundern sich die Eltern oder Pädagog*innen, dass die Kinder den Aufforderungen nicht folgen.
Namensnennung ist also super. Oder auch nicht?

Tatsächlich gibt es zu dem Thema eine weitere Art der Kommunikation, die man wahrscheinlich noch öfter beobachten kann: Der Name steht für die Aufforderung.
Wie war das?
Stellen Sie sich eine Situation vor, in der ein Kind immer wieder an den Schrank im Wohnzimmer geht, um die vielen spannenden Dinge auszuräumen und genauer unter die Lupe zu nehmen – Eltern mögen das eher weniger.
Was sagen Erwachsene in diesem Moment immer wieder?

Daniel. Daniel. Daaanieel. Daniel!
Und was macht Daniel? Der räumt fleißig weiter den Schrank aus.

Natürlich kann es immer wieder sein, dass Kinder in gewisser Weise absichtlich nicht auf die Aufforderungen und Anweisungen der Erwachsenen reagieren. Das kann daran liegen, dass sie sich gerade in typischen Entwicklungsphasen befinden und dass sie ganz stark dabei sind ihre eigenen Grenzen zu testen. Aber das ist ein anderes Thema.
Hier geht es um die Frage: Liegt es wirklich immer an den Kindern, dass sie nicht auf das hören, was die Erwachsenen sagen? Oder tragen diese doch auch ihren Teil dazu bei?
In dem Fall ist es mit Sicherheit so.
Daniel kann nur durch die Nennung seines Namens nämlich nicht wirklich wissen, was die Erwachsenen da von ihm wollen. Der Inhalt des Schranks ist doch soo spannend.
Warum erwartet man also von ihm, dass er nur durch das Hören seines Namens versteht, dass die Erwachsenen das nicht so gern haben wenn er den Schrank ausräumt, weil sie ihn danach nämlich sicherlich wieder einräumen müssen. Warum sagt man es ihm nicht einfach?

Also: Den Namen des Kindes zu nennen ist super hilfreich, wenn wir sicher gehen wollen, dass das Kind überhaupt aufnahmefähig ist.
Den Namen des Kindes allerdings stellvertretend für alles andere zu nutzen ist weniger hilfreich – da ist es wirksamer tatsächlich auszusprechen was man möchte.

„Daniel, du räumst ja gerade den Schrank aus. Ich mag das nicht und ich möchte ihn nicht gleich wieder einräumen. Komm bitte zu mir.“
Je jünger die Kinder sind, desto deutlicher sollte man seine Aussagen formulieren, damit die sie eine Chance haben, sie zu verstehen.

Psst: Wer mehr über das Thema wertschätzende und wirksame Kommunikation mit Kindern erfahren möchte, der verfolgt mal ganz fleißig meine Social Media Kanäle und die Website 🙂